Kraftfahrer müssen reagieren!

„Ein Kraftfahrer darf darauf vertrauen, dass erwachsene Fußgänger die Fahrbahn nicht unter Verstoß gegen §25 Abs. 3 StVO betreten“, erklärte das Oberlandesgericht Hamm in einem Urteil.
Allerdings muss ein Autofahrer auf Fußgänger reagieren, wenn für ihn erkennbar wird, dass diese nicht an der Fahrbahnbegrenzung stehen bleiben. Kommt es dann zu einem Zusammenstoß zwischen PKW und Fußgänger, ist nach Ansicht der Richter am Oberlandesgericht entscheidend, ob der Kraftfahrer etwas hätte tun können, um die Unfallfolgen zu mildern. Heißt also, ob er hätte langsamer fahren oder eher reagieren können.
War der Kraftfahrer allerdings zu schnell oder einfach unaufmerksam, dass haftet der Fahrer mit einem Drittel, während der Fußgänger zwei Drittel haften muss.

Oberlandesgericht Hamm, Aktenzeichen 9 U 131/16