Motorradtour im Pulk

GerichtsurteilMotorradfahren in einer Gruppe bringt immer viel Spaß, in Gesellschaft macht die Wochenendtour doppelt soviel Freude. Aber was passiert bei einem Unfall in der Gruppe? Kurz vor dem Ende der Saison 2014 fuhren vier Biker gemeinsam auf einer Landstraße. Der erste kam in einer Kurve in den Gegenverkehr, stieß hier mit einem Fahrzeug zusammen und stürzte. Der zweite stürzte ebenfalls. Pilot Nummer drei fuhr  in die liegende Fahrzeuge und stürzte auch noch, nur Nummer vier konnte ausweichen. Fahrer zwei wurde schwer verletzt, sein Bike erlitt Totalschaden. Er sagte hinterher aus er hätte anhalten können, die Nummer 3 sei bei ihm aufgefahren und habe ihn zu Fall gebracht. Da sich 2 und 3 nicht einigen konnten klagte Nummer zwei. Schließlich musste sich das OLG Frankfurt um die Sache bemühen.  In zweiter Instanz vertratt das OLG  die Auffasung, es hätte keine bestimmte Reihenfolge in der Gruppe gegeben und alle Fahrer hätten einvernehmlich keine ausreichende Sicherheitsabstände eingehalten. Einer der Fahrer sprach von teilweise 5 Meter Abstand zum Vordermann bei einer Geschwindigkeit von ca 60 km/h. Das OLG wies schließlich eine Berufung  mit dem Argument zurück, daß alle Beteiligten in der Gruppe einvernehmlich ein hohes Risiko eingegangen sind um das Gruppengefühl zu erreichen. Es vertrat die Auffassung daß jedem in der Gruppe die gleiche Situation hätte passieren können wie dem Kläger. (OLG Frankfurt. Urteil vom 18.08.2015-22U 39/14-,juris)
Es ist also bei Gruppenfahrten immer auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu achten, da bei ähnlichen Unfällen die Gerichten sonst von einem stillschweigenden Haftungsausschluß ausgehen könnten.